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Dr. Dieter Fleig

KAMPFHUNDE ...

WIE SIE

WIRKLICH SIND!

KYNOS VERLAG MÜRLENBACH

© 1999 KYNOS VERLAG Dr. Dieter Fleig GmbH

Konrad-Zuse-Str. 3

54552 Nerdlen

Vollständige E-Book Ausgabe 2011 der gedruckten Ausgabe von 1999

ISBN: 978-3-942335-35-5

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

INHALTSVERZEICHNIS

Offen möchte ich an dieser Stelle bekennen - die in diesem Buch ausführlich dargestellte Hundegruppe ist seit dem Jahre 1960 ein fester Bestandteil meines Lebens. Über 55 Jahre halte ich nunmehr eigene Hunde verschiedener Rassen - immer wieder bin ich zu den Kampfhunden zurückgekehrt. Wer einen Sinn für wahrhafte Hundepersönlichkeit besitzt, kann sich der Faszination dieser Hunderassen nicht entziehen - ich selbst werde wohl nie von ihnen loskommen!

Mein nachhaltiges Bekenntnis zu diesen Hunderassen hat es mit sich gebracht, daß ich über viele Jahre in meiner Freizeit die Entstehungsgeschichte dieser Hunde gründlich erforscht habe. Die Entwicklung von Hunderassen wird man immer nur dann wirklich begreifen, wenn man sich sehr genau das soziale Umfeld ansieht, die daraus erwachsenen Ansprüche und Bedürfnisse der Menschen. In meinem Buch Kampfhunde I habe ich die teilweise pervertierten Aufgabenstellungen eingehend geschildert, für die Menschen diese alten Rassen mißbraucht haben. Dies ist aber nicht den Hunden anzukreiden, sondern den jeweiligen zwischenmenschlichen Beziehungen, den sozialen Umständen, unter denen die Menschen lebten.

Alle Hunderassen sind entstanden, weil die Menschen glaubten, der neuen Rasse ganz gezielte Aufgaben stellen zu müssen. Dies führte letztendlich auch zu einer Zusammenfassung bestimmter Gruppen von Hunderassen entsprechend der menschlichen Zweckbestimmung. Niemand nimmt heute an Sammelbegriffen wie Schoßhunde, Jagdhunde, Hütehunde, Herdenschutzhunde, Gebrauchshunde, Windhunde Anstoß. Solche Sammelbegriffe haben keine andere Aufgabe, als den Zweck der Rasse und ihre Entstehungsgeschichte zu dokumentieren.

Unsere Kampfhunde haben es sehr viel schwerer. Aufgrund einer beispielslosen Medienhetze, begleitet von wissenschaftlich unhaltbaren Fehlinterpretationen von Politikern, Justiz und Polizei, gerieten diese Hunde völlig unverdient ins Abseits. Seriöse wissenschaftliche Darstellungen, beispielsweise die Veröffentlichung des Deutschen Städtetages Der Stadthund aus dem Jahre 1997, Erfahrungsberichte des Innenministeriums aus dem Land Nordrhein-Westfalen über die Jahre 1989 bis 1997 vermochten es nicht, Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen.

Irgendwie hat sich unverändert die Vorstellung gehalten, daß die ursprünglich zum Schutz der Menschen und zum Mißbrauch in Tierkämpfen gezüchteten Kampfhunde noch heute ihren alten Aufgaben nachgingen. Dabei waren doch wir Menschen alle einmal auf dieser Erde darauf angewiesen, uns bei Bedarf zu wehren. Wir alle haben Krieger, Raubritter, kämpferische Naturen unter unseren Vorfahren. Rings um uns betreiben Mitmenschen Kampfsportarten, begeistert verfolgen wir die Spektakel von Autorennen - ohne daß man daraus ableitet, uns sei nicht länger zu vertrauen. Wenn man das aktuelle Kriegsgeschehen des Jahres 1998 in allen Teilen unserer Erde betrachtet - wie viele triftige Gründe gäbe es, unseren Mitmenschen mit allergrößtem Mißtrauen zu begegnen?

Meine bisherigen zwei Kampfhundebücher veröffentlichte ich in den Jahren 1981 und 1983 - alleinige Zielsetzung war es, den historischen Hintergrund dieser großartigen Hunderassen aufzuzeigen, Hundefreunde darüber zu informieren, wie Kampfhunderassen entstanden sind, welche Aufgaben sie hatten und wie sie auch in unserer heutigen Umwelt für viele Menschen zu hochinteressanten Lebensgefährten werden.

In meinen kühnsten Träumen konnte ich mir nicht vorstellen, daß diese Bücher mit den darin aufgezeigten Fakten einmal zur Grundlage von Gerichtsentscheidungen für oder gegen Kampfhunde werden sollten. Gelernt habe ich daraus, daß man durch aus dem Zusammenhang gerissene Zitate völlig positive Stellungnahmen für eine Hunderasse ins Negative verzerren kann. In einer stattlichen Anzahl von Presseauseinandersetzungen, Fernsehauftritten und als Gutachter vor Gerichten wurde es zu meiner Aufgabe, sachliche Informationen darüber zu vermitteln, wie Kampfhunde wirklich sind.

Über Jahre war es die offizielle Politik von Verbandsfunktionären, die Probleme schlicht und einfach totzuschweigen. Vorbild waren die drei weisen Affen -nichts hören, nichts sehen, nichts sagen! Man deklarierte Kampfhund zum Unwort des Jahres - glaubte, damit die Diskussion zu einem Ende zu bringen. Als ob die durch die Medien immer wieder aktivierten Politiker sich so einfach der von den Hundefreunden gewünschten neuen Sprachregelung anschließen würden!

Ursprünglich hatte ich die Absicht, meine Kampfhundebücher vom Markt zu nehmen, mich damit diesem Versuch des Totschweigens anzuschließen. Dann erlebte ich, in welch einer großartigen Aufmachung diese Bücher den amerikanischen und englischen Markt eroberten, auch dort dazu beitrugen, Mißverständnisse über die Hunderassen zu beseitigen, aus- geuferten Fantasien nüchterne Fakten entgegenzusetzen.

Und gerade in den angelsächsischen Ländern herrschen ebenso viele Mißverständnisse über den wahren Charakter der Kampfhunde wie bei uns. Da gibt es doch beispielsweise in England - gleichfalls aufgrund politischen Unverstands - den Dangerous Dogs Act - ein Gesetz des englischen Parlaments, das zigtausenden von Hunden das Leben gekostet hat. In einer Reihe von amerikanischen Staaten gibt es ähnliche Rasseprogrome gegen angeblich gefährliche Hunderassen, auch diese mit katastrophalen Auswirkungen für Hunde und Halter. Neuere Gesetze in Frankreich, Holland und Belgien lassen wiederum Übles ahnen!

So habe ich beschlossen, meine Bücher aufgrund moderner Erkenntnisse völlig zu überarbeiten, neu zu gestalten und - soweit erforderlich - im Umfang zu erweitern. Ziel ist es, diese Hunde einer breiten Öffentlichkeit so darzustellen, wie sie wirklich sind.

Solange wir ein Leben gemeinsam mit Hunden führen, solange müssen wir uns auch darüber im klaren sein, daß dies mit einer bestimmten tierischen Restgefahr verbunden ist. Im tierischen Verhalten gibt es trotz umfänglicher Forschungen Unerklärlichkeiten, Risiken, die sich nicht ausschließen lassen. Wer zu solchen Risiken nicht bereit ist, sollte auf ein Zusammenleben mit Tieren verzichten.

Das wahre Risiko des Zusammenlebens mit Hunden besteht nicht in den Hunden, sondern in ihren Besitzern. Viel zu häufig werden Tiere mißbraucht, unterliegen unkontrollierbaren Einflüssen ihrer Besitzer. Der Neuauflage meines Buches habe ich eigens das Kapitel Kampfhunde und ihre Menschen angegliedert. Es dokumentiert, wie das problemlose Zusammenleben von Kampfhundeliebhabern mit ihren Vierbeinern durch wenige Idioten, die ihre Hunde mißbrauchen, immer wieder in Mißkredit gebracht wird. Nicht das harmonische, friedliche Zusammenleben all der Hundefreunde mit ihren liebenswerten Begleitern spiegelt sich in der Öffentlichkeit, sondern Dummheit und Ignoranz weniger Außenseiter.

Der Chefreporter des Südwestfunks Baden-Baden, Immo Vogel drehte vor etwa zehn Jahren die Sendung Die Bestie ist der Mensch! Dieser Film wurde eingeleitet von einer Bullmastiff-Geburt in unserem eigenen Hause. Ein ganzes Fernsehteam wartete über drei Tage auf die Geburt, war bei der Entbindung zugegen. Immo Vogel - selbst engagierter Teckel-Züchter - konnte sich nicht genügend über das völlig vertraute Verhalten von Lady wundern, die mit rassetypischer Gelassenheit all diesen Medienrummel über sich und ihre Kinder ergehen ließ. Das Fernsehteam filmte Szenen mit unseren Bull Terriern, dokumentierte die »Gefahren«, die sie für Besucher bedeuteten. Ein Kameramann wurde mit seiner Kamera vor lauter Begrüßungsfreude umgeworfen, ihm »drohte«, vor lauter Begeisterung minutenlang abgeleckt zu werden. Diese Begegnung des ganzen Teams mit unseren Hunden führte zum dringenden Wunsch, selbst einen der Welpen mit nach Hause zu nehmen. Dieser Wunsch ließ sich leider nicht erfüllen, da alle unsere Vierbeiner schon lange von ihren neuen Besitzern erwartet wurden.

Die weiteren Dreharbeiten zum Thema zeigten auch eindeutigen Mißbrauch der Hunde - niemand im Team sah aber das Problem in den Hunden - sondern immer im Menschen.

Mein persönliches Glaubensbekenntnis ist daher, daß es absolut unsinnig und völlig ungerecht wäre, bestimmte Hunderassen an den Pranger zu stellen, zu verbieten. Viel besser für unser aller Zukunft wäre es, wir könnten bestimmte Menschen verbieten.

In diesem Buch habe ich mir zur Aufgabe gestellt, Sie mit den bekanntesten Kampfhunderassen, denen Sie in den deutschsprachigen Ländern möglicherweise begegnen, vertraut zu machen, aber auch seltene Rassen vorzustellen. Modernes wie antikes Bildmaterial wurde neu in das Buch mit einbezogen, auch aktuelle Statistiken, damit einmal Klarheit geschaffen wird, wie sich die einzelnen Rassen zahlenmäßig über die letzten Jahre entwickelt haben. Seit 1960 begleite ich diese Rassen, als ich meinen ersten Bull Terrier in diesem Jahre ins Haus holte, gab es in ganz Deutschland etwa 100 Tiere dieser Rasse. Betrachten Sie die heutigen Zuchtzahlen!

Für mich ist es immer wieder faszinierend festzustellen, wie diese vorwiegend aus anderen Ländern kommenden Hunderassen bei uns eine breite Anhängerschaft gefunden haben. Trotz all der Widrigkeiten durch die negativ gepolte Öffentlichkeit kommen immer neue Hundefreunde zu der Erkenntnis, daß gerade diese verleumdeten Kampfhunde ganz ideale Lebensgefährten sind.

In diesem Buch möchte ich nichts verschweigen und nichts hinzusetzen, Hundeliebhaber und Öffentlichkeit ehrlich über die einzelnen Kampfhunderassen informieren. Es wäre für mich keine Überraschung, wenn eine ganze Reihe dieser Hunderassen in den nächsten Jahren neue Freunde fänden. Und sie haben es auch durchaus verdient!

Mürlenbach, im November 1998

Dr. Dieter Fleig

Bei der Diskussion über die richtige Einordnung der Kampfhunderassen auf der großen kynologischen Abstammungstafel und in den bei der Vielfalt der Hunderassen notwendigen Rassegruppen habe ich bereits im vorausgehenden Buch Kampfhunde I, Seite 16 ff. dargestellt, daß mir die alten Gruppierungen nicht zusagen. Kampfhunde in ihrer großen äußeren körperlichen Vielfalt gibt es von den langbeinigen Doggenschlägen über die schwergewichtigen Mastiffs und Bulldoggen zu den im Terrierlager stehenden Bull Terriern bis herunter zur kleinen französischen Bulldogge und zum Mops. Aus diesem Grunde habe ich sieben im oder vor dem 19. Jahrhundert nachgewiesene Kampfhunderassen herausgestellt, die nach meinen Forschungen die entscheidenden Ausgangsrassen für alle heutigen Rassen dieser Gruppe sind. Dabei bin ich mir natürlich bewußt, daß diese sieben Rassen meist wieder untereinander enge Verbindungen haben. Die alte Chincha Bulldogge habe ich in die Grundbetrachtung mit einbezogen, um das hohe geschichtliche Alter und die Eigenständigkeit der Rassenentwicklung in verschiedenen Kulturkreisen zu dokumentieren. Für viele meiner Leser wird das die erste Begegnung mit dieser schon lange ausgestorbenen Hunderasse sein.

Da diesen alten Rassen für die Entwicklung aller Kampfhunde eine Schlüsselstellung zukommt, werde ich sie wesentlich ausführlicher darstellen als später die modernen Kampfhunderassen, da über die modernen Rassen ja doch recht gutes zeitgenössisches Material rassespezifisch von einer Vielzahl von Rassespezialisten erarbeitet wurde. Natürlich habe ich mich bemüht, deren Arbeiten nach Möglichkeit in dieses Buch mit einzubeziehen.

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Abb. 1: Kopf eines englischen Kampfhundes. Bronze Anfang des 19. Jahrhunderts. Sammlung Dr. Fleig.

Die Wiege der Tibetdogge - der ältesten Kampfhunderasse der Welt - steht in der Abgeschiedenheit des tibetischen Hochlandes. Dieser uralte Kirchenstaat, früher unter der Herrschaft des Dalai Lama, erstreckt sich heute unter der Oberhoheit der Chinesen über etwa eine Million Quadratkilometer Hochfläche in 4000 bis 5000 m über dem Meeresspiegel mit Hochgebirgen bis zur Höhe des Himalaja von über 8000 m. Eine dünne Luft!

Das Volk der Tibeter, ein Nomadenvolk, züchtete schon vor mehr als tausend Jahren große, starkknochige, wilde Hunde zum Schutze seiner Herden und Wohnstätten gegen große Raubtiere. Die fast absolute Abgeschlossenheit des alten Kirchenstaates Tibet, die Unwegsamkeit und Unwirtlichkeit des tibetischen Hochlandes sorgten dafür, daß die tibetischen Hunderassen über die Jahrhunderte rein, ohne Vermischungen mit anderen Schlägen gezüchtet wurden. Allerdings brachten diese Nomadenvölker von Zeit zu Zeit beim Verkauf ihrer Herden auch einzelne Exemplare hinunter nach Indien. Diese Hunde vermischten sich dann mit den bodenständigen Vorgebirgsrassen.

Eine erste geschichtliche Spur der Tibetdogge finden wir weit außerhalb des Landes auf einem Grenzstein im Reiche Babylon etwa aus dem Jahre 1000 vor der Zeitrechnung (Abb. 2). Dieser Stein zeigt einen großrahmigen, starkknochigen Doggenschlag mit der typischen Rutenhaltung des Tibeters. Die Inschrift auf diesem Grenzstein spricht von Lik-Ku, dem Hund des Wohnsitzes. Alte assyrische Dokumente aus dieser Zeit und Deutungen der Inschrift auf dem Stein ergeben nach STREBEL eindeutig, daß die Abbildung auf dem Grenzstein einen Hund aus dem tibetischen Hochland des Ostens darstellt. Somit können wir historisch fundiert sagen, daß die Tibetdogge mit Sicherheit als Hunderasse mehr als dreitausend Jahre alt ist.

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Abb. 2: Babylonischer Grenzstein, ca. 1000 v. Chr.

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Abb. 3: Assyrischer Kampfhund, ca. 640 v. Chr.

Die Schriftsteller des Altertums sprechen in der Regel von »indischen Hunden«, wobei es sich hierbei wohl meist um Mischlinge aus den Original-Tibetern und den heimischen großen Hundeschlägen aus dem Vorgebirge handelt. Auffällig ist die volle Übereinstimmung aller Berichte, daß diese Hunde ganz besonders wild und gefährlich seien, in der Wut kaum zu bändigen, mit ausgeprägter Eignung für den Einsatz als Kriegshunde.

In ihrer Heimat schützten sie die von den Männern tagsüber verlassenen Frauen und Kinder in den Dörfern vor Raubtieren und zweibeinigem Gesindel. Ist es da verwunderlich, daß moderne Forscher in Westtibet nachweisen, daß der Hund nach dem Manne das ranghöchste Lebewesen war und noch vor der Frau und den Kindern rangierte (A. H. FRANCKE)? Als zuverlässigen Schützer der Herde und der Familie wuchs ihm diese Stellung zu!

Als ein weiteres, sehr wichtiges Dokument über unsere Tibetdogge gilt die Abbildung eines mächtigen assyrischen Kampfhundes (Abb. 3). Dieser Hund wird von nahezu allen Forschern übereinstimmend als typische Tibetdogge identifiziert. Als Beweis dienen starke Halswamme, Größe (Schulterhöhe ca. 80 cm), Kraft des Tieres, kurze Behänge, typische Rutenhaltung und extreme Knochenstärke. Diese Abbildung stammt von einer 1854 gefundenen dünnen Ziegelplatte aus dem Schutt der Ruine von »Birs i Nimrud« in Niniveh. Dieser Tempel wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert v. Chr. von einem babylonischen König erbaut und 580 v. Chr. von Nebucadnezar erneuert. Das Ziegelstück selbst wird auf etwa 640 v. Chr. datiert.

Ich habe schon bei der einleitenden Besprechung über die Entstehung der Hunderassen in Kampfhunde I, S. 14 f. betont, daß ich die Auffassung vieler Forscher teile, wonach in vielen Ländern - weitgehend unabhängig voneinander - bestimmte Hundeschläge für bestimmte Aufgaben gezüchtet wurden. Sicher ist daher auch im Einzelfall der Nachweis sehr schwierig oder gar unmöglich, ob es sich bei Funden um bodenständige Rassen oder um Einzelexemplare aus anderen Ländern handelt. In der Regel spricht einiges dafür, daß einheimische Hunde dargestellt wurden.

Bei dem Wert der kostbaren Kriegshunde, die ja meist den Herrschenden zum Geschenk dargebracht wurden, wäre es natürlich auch naheliegend, daß gerade diese kostbaren ausländischen Hunde der Nachwelt von Künstlern überliefert wurden. Die großen Kreuzzüge in Begleitung wehrhafter Hunde sind historisch belegt. Aus vielen Dokumenten läßt sich beweisen, daß Hunde aus dem tibetischen Hochland zu den begehrtesten Kriegshunden jener vorchristlichen Zeit gehörten.

Bei unseren Tibetern kommt für die Forschung erschwerend hinzu, daß wir in Tibet selbst bei den Nomadenvölkern praktisch keine verwertbaren Dokumente oder figürliche Darstellungen erwarten können. Die auf dieser Hochfl äche von einzelnen Reisenden oder späteren Forschungsexpeditionen vorgefundenen Hunde stimmen aber in Typ und Charakter weitgehend mit den in Persien und Assyrien nachgewiesenen Abbildungen überein, waren aber deutlich kleiner. Absolute Aussagen hinsichtlich der Herkunft der abgebildeten Hunde sind unmöglich, wohl aber der Nachweis, daß es sich um Hunde des tibetischen Rassetyps handeln muß. Und es ist sicherlich logisch auszuschließen, daß diese Hunde etwa den umgekehrten Weg gegangen wären. Wie hätten die armen Nomadenvölker wohl die kostbaren Kriegshunde bezahlen sollen? Damit besteht in der Forschung heute Übereinstimmung, daß die Tibetdogge tatsächlich ihren Ursprung im tibetischen Hochland hat.

Der griechische Geschichtsschreiber Ktesias ist wohl die originäre Quelle für die phantasiebeladenen Berichte der Schriftsteller Diodor, Plutarch und Photio. Diese berichten übereinstimmend von hohen Berggipfeln, behütet und bewacht von vierfüßigen Vögeln in der Größe eines Wolfes, mit den Läufen und Klauen des Löwen. Der ganze Körper dieser Tiere sei bedeckt von schwarzen Federn, ihre Brust rot-gelb gefärbt. Die Wachsamkeit und Angriffslust dieser »Greife« verbiete jegliches Besteigen der Berge. - Wenn wir bei diesen Fabeltieren das Wort Vogel streichen, uns anstelle der Federn Haare vorstellen, dann könnte dies genau die Beschreibung der großen Tibetdoggen sein, die das Hochplateau und die ihnen anvertrauten Yak-Rinder-Herden nachhaltig gegen jeden Fremdling verteidigten.

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Abb. 4: Tibetanischer Hund nach William Jouatt, London 1850.

Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) berichtet von riesigen »indischen Hunden«, welche sich besonders durch eine unbezähmbare Wildheit auszeichneten. Dabei vermutet Aristoteles, diese Hunde seien aus einer Kreuzung zwischen Tiger und Hund entsprungen, eine Legende, die später von vielen Schriftstellern übernommen wurde.

Megasthenes schreibt 327 v. Chr. von indischen Hunden mit Hängeohren, kolossalen Knochen, muskelbepackt, schwer, mit mächtigen Köpfen und breitem Fang. Schon in einem früheren Kapitel (Kampfhunde I, S. 47) berichtete ich über die Begegnung Alexander des Großen mit diesen den Löwen furchtlos attackierenden tibetischen Hunden. Der griechische Geograph Strabon schreibt um die Zeitenwende über Tibet. Ebenholz gebe es da und große, sehr mutige Hunde, welche das einmal Gepackte so lange nicht mehr losließen, bis man ihnen Wasser in die Nase spritze. Diese Hunde kämpften gegen Löwen und wilde Stiere, einige verdrehten im Kampf in wilder Wut die Augen.

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Abb. 5: Tibetmastiff nach Stewart. Aus Lizars Animated Nature, London 1832.

STREBEL, der Mann der sich neben M. SIEBER wohl am intensivsten um die Aufklärung der historischen Quellen um die Tibetdogge bemüht hat, unterscheidet ausdrücklich zwischen den schweren tibetischen Hunden, welche sicherlich den heutigen Tibetdoggen an Größe und Kraft weit überlegen waren, die den assyrischen Kampfhunden ähnelten und leichteren, tibetischen Schlägen, welche vorwiegend zur Jagd Verwendung fanden. Der schwere Schlag war offensichtlich viel seltener und weitaus begehrter.

Hierzu meint STREBEL: »Die leichtere Form ist die natürlichere, die schwere die erzüchtete, daher kehren alle schweren Formen, wenn man züchterisch nicht sehr vorsichtig ist, stets zur leichteren Form zurück.« STREBEL sieht hierin einen züchterischen Lehrsatz für alle Doggenzuchten und hat sicher völlig recht. Die Züchter großer Hunderassen haben auch mit einem Naturgesetz zu kämpfen, wonach die auf dem Wolfsskelett aufbauende Hundeanatomie Übergrößen und Übergewichte nur sehr beschränkt ohne körperliche Schäden zuläßt. Übertreibungen in Größe und insbesondere Gewicht gehen stets zu Lasten eines harmonischen und funktionsgerechten Körperbaus, der dringend erforderlichen Beweglichkeit des Hundes.

Aus dem Mittelalter sind uns durch MARCO POLO (1254 - 1323) klare Angaben über die Tibethunde überliefert. 25 Jahre in Ostasien berichtet Marco Polo aus Tibet: »Ich muß auch erzählen, daß in diesem Lande viele der Tiere vorkommen, die Moschus liefern. Das Volk dieses Landes besitzt eine große Anzahl mächtiger und edler Hunde, die große Dienste beim Fang der Moschustiere leisten. Das Volk Tibets ist eine schlecht beschaffene Rasse; sie halten Doggen, so groß wie Esel, die vorzüglich zur Jagd wilder Tiere sind. Sie halten auch manch andere Rasse von Jagdhunden und besitzen ausgezeichnete Jagdfalken.« Interessant ist gerade der Hinweis auf die neben den schweren Doggen in Tibet verwendeten Jagdhunde, ein klarer Beweis für die Thesen Strebels, wonach im Lande gezielt verschiedene Hunderassen für unterschiedliche Aufgaben gezüchtet wurden.

Zwischen den Überlieferungen Marco Polo’s und den nächsten Berichten aus diesem geheimnisumwitterten Land liegen immerhin rund fünfhundert Jahre. So reiste um 1800 SAMUEL TURNER im Auftrage der ostindischen Company nach Tibet, Turner fand die Tibetdogge als ständigen Begleiter der tartarischen Hirten bei Herden von 200 bis 300 Yaks. Die Rinder grasten tagsüber auf den Bergen ringsum, wurden nachts zusammengetrieben und eingepfercht und von einigen großen tibetischen Hunden gegen Vier- und Zweibeiner beschützt. Dieselben Wächter fand Turner auch in den Dörfern, und er betont ausdrücklich die Gefährlichkeit und Angriffslust dieser Hunde.

WILLIAM YOUATT bringt eine imposante Darstellung des Tibet-Hundes in seinem 1850 erschienenen Hundebuch (Abb. 4). Hinter dem stehend dargestellten mächtigen schwarzen Hund türmen sich die tibetischen Hochgebirge. In seinem Text beruft sich Youatt weitgehend auf die Berichte eines MR. BENNET. »Dieser Hund wird auf der Hochebene des Tibets am Fuße des Himalaya-Gebirges gezüchtet. Die Bhoteas ziehen diese Hunde sehr sorgfältig auf. Wenn die Männer zu bestimmten Jahreszeiten in die Ebene hinunterziehen, um Borax und Moschus zu verkaufen, bleiben ihre Frauen und die großen Herden alleine zurück, außerordentlich aufmerksam und wirkungsvoll von den großen Hunden geschützt. Die Tibetdogge ist der zuverlässige Wächter fast jeder Hütte in ganz Tibet.«

Bei seinem Besuch am Hof des Teskoo Lama passierte Bennet eine Reihe hölzerner Käfige, aus denen ihn eine große Anzahl wilder, großer, tobender Hunde bedrohten. Sie waren einheimische Tibetdoggen und entweder ihrer Natur nach so wachsam oder durch die Einsperrung besonders ergrimmt. Sie zeigten sich so angriffslustig, daß Mr. Bennet es nicht wagte, etwas näher an die Zwinger heranzutreten.

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Abb. 6: Tibetdogge nach Richard Strebet (Heliogravure), 1905.

Jeder, der über diese Hunde berichtete, spricht von ihrer besonderen Größe, ihrer stolzen Erscheinung, ihrer Wildheit, der ausgeprägten Angriffslust gegen alle Fremden. Die Hunde werden von tiefschwarzer Farbe beschrieben, an den Flanken etwas aufgelichtet; nur die Läufe und kleine Tupfer über den Augen seien von roter oder hellbrauner Farbe. Wie beim Mastiff sei der Fang sehr breit, kurz und tief, aber die Lefzen noch tiefer hängend als beim Mastiff. Das Fell liege rings um den Körper recht locker an.

STREBEL stellte nach allen ihm vorliegenden Berichten die Tibetdogge in ihrer heimischen Umgebung eindrucksvoll auf einer Heliogravüre dar, mitten im tibetischen Hochland als Wächter der Yak-Büffel (Abb. 6).

Kein Wunder, daß bei all den imposanten und reizvollen Berichten über diese sagenumwitterte Hunderasse die ersten Importe in England und auch auf dem Kontinent größte Aufmerksamkeit fanden. Der erste Tibethund wurde von dem späteren König George IV Ende der 1860er Jahre dem neuen zoologischen Garten Londons geschenkt. 1876 kam ein weiteres Paar aus Indien, der Rüde davon wurde von DALZIEL 1881 in seinem Buch abgebildet (Abb. 7).

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Abb. 7: Tibet-Mastiff »Siring« nach Hugh Dalziel, London 1881

Weitere Importe folgten, aber stets einzeln, da es sich als außerordentlich schwierig erwies, über Indien nach Tibet vorzudringen und - selbst wenn dies gelungen war - dann ein wirklich gutes Tier dieser Rasse zu erwerben. Auch der lange Transportweg über See und die gesundheitlich sehr problematische Umstellung der Hunde aus dem Höhenklima nach Europa erschwerten die Importe außergewöhnlich.

Zu den erfolgreichen Importeuren vor der Jahrhundertwende gehört ein MR. BROOKE, der uns folgenden Bericht lieferte: »Ein Hauptmerkmal dieser Rasse ist ihre Körpergröße, je größer, desto besser. Besonders gut sein muß die Front des Hundes mit besonders starken und kräftigen, geraden Vorderläufen. Demgegenüber sind die Hinterläufe erstaunlich schwach entwickelt, neben den Wolfskrallen eine weitere Parallele zu anderen aus dem Gebirge kommenden Hunderassen. Die löwenähnliche Mähne steht bei einem Hund in vollem Haarkleid aufrecht, seine Halskrause verstärkt den Eindruck imponierender Größe. In seiner Heimat dient dieser Hund neben seiner Hauptaufgabe als Wächter der Herden und der Hütten auch als Packesel für schwere Salzsäcke. Seine wichtigste Aufgabe ist aber die Abwehr von Raubtieren. Hierzu wird er gerne mit einem stachelbewehrten, eisernen Halsband ausgerüstet, was natürlich seine typische Halskrause schwer beeinträchtigt. Sein Fell ist sehr dicht, mit starker Unterwolle versehen und steht vom Körper ab. Seine Farbe ist in der Regel schwarz mit lohfarbenen Abzeichen, manchmal rein schwarz, vereinzelt findet man auch rote Tiere. Seine üppig behaarte buschige Rute wird meist hoch getragen, oft auch über den Rücken gerollt.

Sein Kopftyp liegt zwischen dem des Bluthundes und dem des Mastiffs. Er hat mächtige Kiefer, diese braucht er sowohl beim Kampf gegen Leopard oder Wolf wie um einen wild gewordenen Yak-Büffel nieder zu halten. Sein Oberkopf ist aufgewölbt. Schädel und Gesichtsteil sind von Hautfalten bedeckt. Seine Augen sind klein, liegen tief, und man sieht einen Teil Bindehaut des Auges.

An den Grenzen und in den Randgebieten schwinden schnell Größe und Typ dieser Hunderasse. Ihre ausgeprägten Rassemerkmale entwickeln sich durch Kreuzungen zurück, es bleibt dann nur noch ein primitiv aussehendes Tier vom Typ eines gewöhnlichen Hütehundes.

Der wahre Typ des Gebirgshundes ist ein unverwechselbarer echter Mastiff. Das Schwarz seines Fells ist samtig, völlig verschieden etwa vom Schwarz eines Neufundländers.«

MAJOR DOUGALL brachte 1904 von einer Tibet-Expedition den Rüden Bothean mit (Abb. 8). Auch er beklagt, daß der alte mächtige Typ des echten Tibet-Hundes mehr und mehr schwinde. Er erzählt über Bothean: »Sein Charakter ist der eines ausgeprägten ›Ein-Mann-Hundes‹. Ich konnte alles mit ihm machen, aber er behielt eine unüberwindliche Abneigung gegen alle fremden Männer, versuchte jedoch nie, eine Frau oder gar ein Kind anzugreifen. Bei Spaziergängen mußte er an der Leine geführt werden, man konnte ihn nicht frei laufen lassen.

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Abb. 8: Tibet-Mastiff»Bhotean« London 1912.

Zu Anfang bildete ich mir ein, ihn richtig eingewöhnt zu haben und ließ ihn frei - mit katastrophalen Folgen! Es war völlig unmöglich, ihn von dem Fehler zu heilen, alle fremden Männer sofort als persönlichen Feind anzusehen. Er war ein hervorragender Wächter, während der Nacht stets hellwach, tagsüber ruhte er ...« Tibet-Hunde sind recht gesellig und ihrem Herren treu ergeben, sehr schnell dabei, eine Kränkung zu rächen und sie nehmen eine lange Zeit übel. Wenn man sie gelegentlich ausschimpft, trotz Freundlichkeit Strenge zeigt, so werden sie zu ergebenen Sklaven.

Man kann natürlich überhaupt nichts tun, um die wahre Natur dieses Hundes zu verändern und diese besteht nun einmal darin, jeden Fremden als persönlichen Feind ihres Herren zu sehen. Fremde Hunde beachten sie nicht, solange sie nicht von ihnen belästigt werden. Frauen und Kinder sind ihnen gleichgültig, jedes Kind ist bei ihnen aber in bester Obhut.«

Diese Tibetdoggen wurden zu Beginn unseres Jahrhunderts als besondere Kostbarkeiten nach Europa geholt, waren auf vielen Hundeausstellungen die Sensation. Oft wurden sie von den Privatkäufern ihrer Wildheit wegen später an Zoos abgegeben, wo dann auch Zuchtversuche angestellt wurden. Die lange Reise und die extremen klimatischen Veränderungen sind den Hunden selten bekommen. In ihrem Heimatland Tibet fiel der Typ nach der Jahrhundertwende durch Vermischungen steil ab. Die Rasse, wie sie heute ist, besprechen wir in Teil II dieses Buches.

Hier nun noch eine einzige Anmerkung. Es besteht der Verdacht, daß die zahlreichen alten Größen- und Gewichtsangaben einer strengen Prüfung kaum Stand halten würden. Zwar wird immer wieder die Forderung nach einer maximalen Schulterhöhe erhoben, die kontrollierten Importe lagen jedoch - was ihre Schulterhöhe angeht - im Größenbereich unseres Schäferhunde. So maß Mr. Brooke’s »D’samu« 61 cm Schulterhöhe und wog etwa 45 kg.

STREBEL hat um die Jahrhundertwende vier Tibetdoggen in Deutschland in allen Einzelheiten vermessen. Der Rüde hatte eine Schulterhöhe von 65 cm, die Maße der drei Hündinnen waren 62 cm und zweimal 59 cm. Leider gibt es zu den Messungen keine ergänzenden Gewichtsangaben, diese dürften aber kaum 50 kg übertroffen haben. Spiegelte sich in diesen Hunden bereits der Niedergang der Rasse?

Zum Schluß des Kapitels eine imposante Darstellung eines Tibetmastiff auf dem Kontinent, der Hündin »AYLVA«, nach einem Kupferstich aus dem herausragenden Hundebuch des Grafen BYLANDT aus dem Jahre 1897. Unsere Abbildung 9 unterstreicht nochmals Kraft und imponierende Statur der Tibetdoggen, läßt aber gleichzeitig ahnen, daß es sich hierbei doch um relativ tiefgestellte Hunde handelte.

Ergänzend hierzu noch Abbildung 10, den Tibet Mastiff nach einer Darstellung in England in dem berühmten Buch von Vero Shaw. Es zeigt nochmals diese Rasse auf dem Hochplateau ihrer Heimat.

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Abb. 9: Tibet-Dogge »Aylva«, Kupferstich aus BYLANDT, 1897.

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Abb. 10: Tibet Mastiff nach Vero Shaw, 1879.

Ist es eine Schande, wenn ich einleitend zu diesem Kapitel ganz offen zugebe, daß mir auch nach recht eifrigem Studium der Molosserbegriff der verschiedenen Autoren recht vage erscheint? Zum einen ist heute für die meisten Kynologen ein molossoider Hund ein Angehöriger der alten Kampfhunderassen, zum anderen aber werden recht logisch klingende Darstellungen über Haarart, Ohrenstellung und Aufgaben vorgenommen, um den geschichtlich nachgewiesenen Molosser zum Stammvater einer ganzen Reihe von Herdenschutzhunden zu machen. Hierzu schließe ich mich jedoch der Meinung von Rittmeister von Stephanitz an, der mit Recht betont, daß sicherlich die örtlichen Hütehundeschläge ihrer jeweiligen Aufgabe entsprechend aus einheimischen Hundeschlägen entstanden sind. Der Gedanke, teure Kampfhunde wären von einfachen Schäfern zur Aufbesserung ihrer Hundestämme aus fernen Ländern herangeholt worden, hat nun wirklich keine große Wahrscheinlichkeit. Bei den wertvollen Kampfhunden machte dies sicherlich schon eher einen Sinn, sie brachten die notwendige Verbesserung als Kriegshunde der einheimischen Stämme.

Lassen Sie mich mit den Tatsachen beginnen. Das alte MOLOSSIS, wovon diese Hunde sicherlich ihren Namen ableiten, ist ein Teil des Epirus und liegt an der nördlichen Westküste von Griechenland. Die Molosser waren ein halbgriechischer, mit keltischen Ureinwohnern vermischter Volksstamm, der seinen Sitz im alten Epirus, also dem südlichen Teil Albaniens hatte. In Molossis lag ein von vielen Gläubigen aufgesuchtes Heiligtum des Himmelsgottes Jupiter - die heilige Eiche zu Dodona. Ihr Rauschen kündete den Gläubigen Orakel. Von diesem Wallfahrtsort soll sich dann über die Gläubigen ein lebhafter Export wehrhafter, großrahmiger Hunde entwickelt haben. Die Wallfahrer brachten diese Hunde mit in ihre Heimat, um sie selbst weiter zu züchten oder einheimische Rassen zu verbessern.

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Abb. 11: Molosserstatue des Nikias im Vatikan.

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Abb. 12: Molosser-Terracotte Niniveh, ca. 650 v. Chr.

Der Franzose Mégnin und eine Reihe anderer Forscher vertreten die Auffassung, daß diese Molosser nichts anderes waren als die Nachkommen der Tibeter, die durch Alexander den Großen nach Griechenland gebracht wurden und nun in Molossis eine neue Zuchtstätte gefunden hätten. Andere Forscher wie STREBEL sehen in den Molossern in erster Linie selbstgezüchtete, große, bodenständige Hunde aus diesem Land.

Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) rühmt die Molosser: »In Molossis zeichnet sich eine Hunderasse, die als Beschützer der Herden dient, durch ihre Größe und unbändigen Mut gegen wilde Tiere vor allen anderen Hunden aus!« Der Schriftsteller Marius Terentius Varro, gestorben im Jahre 27 v. Chr., berichtet in seinem Buch über die Landwirtschaft von zwei Arten von Hunden, die in diesem Lande gezüchtet wurden, über Jagdhunde und große Hütehunde, die Schafe und Ziegen wirksam schützten. Aus seiner Beschreibung dieser Hütehunde zitieren wir: »Der Unterkiefer steht vor, aus ihm wachsen zwei Zähne links und rechts, die nur wenig herausragen .... Diese Hunde haben große Köpfe und Hängeohren, starken Nacken und Hals .... Die Rute kräftig, das Bellen volltönend, großer Rachen; die Farbe hauptsächlich weiß, um sie in der Dunkelheit von dem Raubzeug unterscheiden zu können.« Häufig finden wir Berichte, wonach einheimische Hunderassen durch Kreuzung mit den Molossern ganz beachtlich in Gestalt und Wesen verbessert wurden.

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Abb. 13: Wandrelief aus dem Palast von Niniveh, ca. 650 v. Chr.

Der Streit der Gelehrten konzentriert sich auf die Frage, ob die Molosser vorwiegend von weißer Farbe waren, was die Vermutung stützen würde, sie seien in erster Linie Herdenschutzhunde gewesen. Durch die weiße Farbe waren sie ja bei Nacht besser von den Hirten zu erkennen, deutlich von Raubtieren zu unterscheiden. Andere Fundstellen dokumentieren schwarze Farbe der Molosser, damit eine Anlehnung an die Tibetdogge. Und diese Berichte sprechen wiederum von großrahmigen Hofwächtern, denen ja dann die dunkle Farbe als Tarnfarbe diente.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Ohrenstellung dieser Hunde. Hängeohren, wie sie Varro beschrieb, sollten die Abstammung von den Tibetern beweisen. Stehohren wurden als Beweis für eine eigene Rassenentwicklung gewertet, ja wohl auch für Einkreuzung von Wolfsblut. Den Gelehrten diente die berühmte Molosser-Statue des NIKIAS im Vatikan als Beweis für ihre Theorie (Abb. 11). Hierzu darf ich anmerken, daß ich mich gerade bei diesem Modell nicht von dem Eindruck befreien kann, es könnte sich hierbei durchaus um ein kupiertes Ohr handeln. Stehen bei dieser Theorie nicht auch andere Widersprüche an, etwa die Tatsache, daß schwere, großrahmige Hunderassen in aller Regel nun einmal auch schwere Ohren tragen?

Als sehr typische Molosser gelten die Funde im Palast des assyrischen Königs Assurbanipal (668 - 626 v. Chr.) in Niniveh. Eine kleine Terracotte zeigt einen großrahmigen Molosser (Abb. 12) mit einem prächtigen Hängeohr. Niemand kann sich wohl die assyrischen Kriegshunde auf dem Wandrelief aus dem gleichen Palast (Abb. 13) mit Stehohren vorstellen, oder? Wiederum typische Molosser!

STREBEL fordert zu Recht, Fakten aus dem sehr unübersichtlichen Wust an Überlieferungen herauszuschälen. Wir werden schon im nächsten Kapitel bei der Diskussion über die Entstehungsgeschichte des Mastiffs, später des Bulldogs immer wieder herausfinden, daß aus ursprünglich klar fixierten Begriffen mit der Zeit vage Gattungsbegriffe wurden. Dies erschwert natürlich jedes Quellenstudium.

Es ist erwiesen, daß in Molossis selbst großrahmige, kampfstarke Hunde planmäßig gezüchtet wurden, daß diese Hunde vorwiegend dem Schutz der Herden dienten, sich aber auch für den Einsatz als Kriegshunde bestens eigneten. Wahrscheinlich standen in friedlichen Zeiten die weißen Hunde an den großen Herden, die schwarzen als Wächter in den menschlichen Ansiedlungen. Hängeohr, Stehohr, kupiertes Ohr, hierüber läßt sich sicher trefflich streiten. Wer garantiert übrigens, daß die Abbildungen stehohriger Hunde wirklich einen Molosser portraitieren? Von der Größe und Schwere des Hundes her spricht sicherlich sehr viel für das Hängeohr.

Kein Streit besteht wohl darüber, daß diese Molosser alle eine weitgehend identische Anatomie hatten (das konnten wir ja auch bei den Tibetdoggen klar nachweisen). Kommen wir später zu unseren Kapiteln über heutige Kampfhunderassen, so werden wir erkennen, daß einige davon auch heute noch als großrahmige Herdenschutzhunde ihren Dienst tun. Kampfhunde und wehrhafte Herdenschützer, dies haben wir ja auch beim Tibetmastiff vorgefunden!

Lesen Sie, was Professor Suder in seinem Buch »Die Rassen des Hundes« im Jahre 1894 zu diesem Thema schreibt: »Ob man sich nun aus der Schilderung ... ein ganz klares Bild von dem Hunde machen kann, und ob nicht im Altertum mit der Zeit der Name Molosser überhaupt auf große Hunde angewendet wurde, will ich dahingestellt sein lassen und folgende Tatsachen hervorheben: Aus der Landschaft Molossis in Epirus wurden große Hunde als Wachhunde bezogen, welche von ihrer Herkunft Molosser hießen. Die Landschaft lag in der Umgebung des heutigen Sees von Janina.

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Abb. 14: Canis bellicosus et homonis defensor, 1669.

Die Molosser gehörten zum Stamm der Illyrer, der um 1200 v. Chr. von Norden her in Nordgriechenland eindrang, die Hellenen vertrieb und an ihrer Stelle Epirus besetzte. Die Nachkommen der illyrischen Epiroten sind die heutigen Albaner.

In den rauhen Gebirgen von Epirus, die wohl mit Ausnahme der fruchtbaren Täler nur Viehzucht, wahrscheinlich besonders Schafzucht gestatteten, wurden die Herden von großen Hunden bewacht, die wegen ihrer Stärke und Wachsamkeit geschätzt und bald nach Griechenland und Italien als Wachhunde eingeführt wurden.

Nun sehen wir, daß eine große Anzahl antiker Statuetten, Mosaike und Gemälde solche Wachhunde darstellen; das schönste Bild einer solcher ist die bekannte Statue von Nikias im Vatikan. Solche Abbildungen finden sich verbreitet in Griechenland, Italien und Südfrankreich. Alle stellen dieselbe Rasse dar, einen muskulösen Hund mit Stehohren, mitunter auch Kippohren, einem trockenen Kopf mit verlängerter, mehr oder weniger verdickter Schnauze und einer starken, mähnenartigen Behaarung an Hals und Nacken, die sich bei einigen auf die Vorderschenkel fortsetzt....«

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Abb. 15: Hunde, die Meyerhöffe und Schiffe verhüten, 1669.

Es dürfte der Wahrheit recht nahe kommen, wenn wir feststellen, daß »Molosser« vom ursprünglich geographischen Herkunftsort der Hunde sich über die Jahrhunderte zum Gattungsbegriff für große, wehrhafte Hunde auf dem ganzen Kontinent entwickelt hat.

Zum Schluß des Kapitels über den Molosser zeigen wir mit Abb. 14 Geßner’s Schirm- oder Streithund. Er ist ein echter Molosser und Conrad Geßner schreibt 1669 über diese Hunde:

»Von dem Schirm- oder Streithund: Es werden etliche Hund zu der Menschen Hut / und zum Streit erzogen / wie auch den Mördern nachzustreichen / diese sollen groß / dürr / und scheußlich / darbei aber stark verwegen sein/ daß sie auch wider bewaffnete Leuth zu kämpffen und zu streiten angeleitet werden: Sie sollen keine andere Menschen erkennen / und keinen andern liebkosen / als allein ihren Herren /sich auch von keinem antasten lassen / und allein auff ihren Herrn sehen und seiner hüten. Zu dem Streit werden sie mit Kunst erzogen und abgerichtet.

Alexander Pheräus, ein großer Tyrann in Theffalia, soll einen überauß grossen und scheußlichen Hund erzogen haben / der jedermanns Feind gewesen / außgenommen derjenigen nicht/so ihm Speise dargeworffen: Solchen Hund hat er zu einem Thürhüter oder Wächter seiner Schlaffkammer gehalten / dieweil er sich für den Leuten von wegen seiner Thyrannei nicht / sicher wußte.

So haben auch den König der Baramanten / als er ins Elend verwiesen ward / zweihundert Hunde aus dem Elend wieder in sein Reich gebracht / so treffliche Gegenwehr haben sie gegen seine Feinde gethan.«

Das Geßneri Thierbuch beschreibt die Aufgaben der großen Wachhunde weiter:

»Noch ist eine andere Art von Hunden / so die Meyerhöff und die Schiffe verhüten. Diejenige / so zur Hut und Beschirmung der Meyerhöffe gebraucht werden / sollen in alleweg scheußlich / und darzu fetter und schwerer als die / so das Vieh verhüten / eine scheußliche Stimm und Ansehen / wie auch / einen scheußlichen Kopff / ganz schwarze Färb / und kurzen Leib haben / daß sie nicht allein mit ihrem Geschrei / sondern auch mit der grausamen Gestalt / die Diebe und Schelmen verjagen mögen. Gleicher Gestalt soll auch der sein / so zur Hut der Ruder / der Schiffe / und Kauffmans-Güter in den Schiffen gehalten wird.

Es werden auch etliche Hunde sonst von gemeinen Leuten gehalten / damit das Hauß vor Dieben / oder anderen auffsäßigen Leuthen möge verwahret sein. Ist bei den Alten ein gemeiner Brauch gewesen / wird auch noch bei unsern Zeiten von vielen gebraucht. So viel sei von solchen Hütern und Wächtern / so ganß nit stumm sein / gnug gesagt.«

Es ist geschichtlich überliefert, daß die Germanen auf ihren Kriegszügen stets große, wehrhafte Hunde mitführten. Römische Geschichtsschreiber berichten von mächtigen Hunden, welche die germanischen Wagenburgen, Frauen und Kinder erbittert verteidigten.

Bullenbeißer, Bärenbeißer, Saupacker, verschiedene Namen für ein und denselben wehrhaften Hund. Unter dem Sammelbegriff »Hatzrüden« - für Rüden wie Hündinnen - wurden diese bodenständigen, germanischen Packer zusammengefaßt.

Wir haben diese Rüden schon in Kampfhunde I bei der Jagd auf wehrhaftes Wild ausführlich dargestellt (S. 23 ff.) und verweisen insbesondere auf den umfangreichen Bildteil über diese Jagden. Die Packer wurden im damaligen Feudalsystem meist an den Höfen in großen Meuten gehalten. Das mittelalterliche Jagdsystem forderte geradezu gebieterisch die Hatzrüden, wenn man auf Auerochsen, Bär und Sau jagen wollte. Bei der Gefährlichkeit dieser Gegner leisteten die alten Bullenbeißer stets einen hohen Blutzoll - »Schweinsköpf’ kosteten Hundeköpfe!« So war aus dem ursprünglichen Kriegshund ein unentbehrlicher, tapferer Packer geworden.

In den alemannischen Gesetzen aus dem fünften und siebten Jahrhundert nach der Zeitwende werden diese Rüden erstmals schriftlich überliefert. Das Gesetz unterscheidet sogar zwischen Bärenfänger (canis ursoritius), Saurüden (canis porcaritius) und dem Bullenbeißer (canis vacam et taurum prendit). In Kapitel 83 der alemannischen Gesetze wird dem, der einen solchen Hund mutwillig tötet, eine hohe Geldstrafe auferlegt: »Wenn jemand einen guten Saurüden, der Sauen festhält, einen Bärenrüden, der den Bären faßt oder einen Bullenbeißer, der Kuh oder Bullen niederzwingt, tötet, so hat er eine Buße zu zahlen von drei Solidis.«

Mit Recht betont STREBEL, daß sicherlich zu dieser frühen Zeit keine Rede davon sein konnte, daß bereits etwa importierte englische Mastiffs eingekreuzt wurden. Vielmehr waren die Hatzrüden eindeutig eine eigene, in germanischen Ländern gezüchtete Hunderasse, Nachfahren jener großen Kriegshunde, welche schon die germanischen Wagenburgen verteidigt hatten.

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Abb. 16: Dantzicher Bährenbeißer nach Flemming.

Es ist übrigens interessant, wie immer und immer wieder von den Forschern der Nachweis versucht wird, daß bestimmte Hunderassen nun eben rein indisch -echte Molosser - oder germanische Packer waren. Dabei werden sicherlich jene unendlich weiten Entfernungen zwischen den einzelnen Zuchtgebieten viel zu wenig gesehen. Sicherlich gab es Völkerwanderungen, Kriegszüge, wichtige Handelsreisen, gewiß waren diese auch von einigen Hunden begleitet, die sich dann vielleicht einmal mit einheimischen Hunderassen paarten. Bei der großen Zahl guter Hunde, die damals der Mensch für die Jagd und für den Schutz der Gehöfte brauchte, spielen dann aber sicherlich solche Auskreuzungen für unsere Betrachtungen nicht die geringste Rolle. Anders wurde dies erst, als später an Königsund Fürstenhöfen Hundezucht mit aus anderen Ländern planmäßig importierten Rassen betrieben wurde.

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Abb. 17: Brabanter Bollbeißer, Kopfstudie, Terrakotte, Sammlung Dr. Fleig.

Aus dem 12. Jahrhundert sind in den Kreuzgängen des Großmünsters in Zürich Hundereliefs erhalten, die jene germanischen großen Hatzrüden bei Sauund Bärenhatz darstellen. Noch eine Anmerkung: bei den Tibetern und den Molossern stoßen wir auf große Herdenhunde, wehrhafte Hunde, welche in erster Linie dem Schutz der Herden dienten. Im germanischen Bereich dominieren die großen Jäger und die Hatzrüden. Ein Spiegelbild der unterschiedlichen Hundehalter! Tibetdoggen und Molosser bei den Hirten und Bauern, germanische Hatzrüden an den Höfen des Adels.

Von Geßner werden erste Importe englischer Mastiffs 1406 erwähnt, Johann TÄNTZER schreibt 1699 eingehender von diesen englischen Hunden, über ihre Brauchbarkeit bei der Jagd, und daß sie auch dazu beitrügen, durch Einkreuzungen die alten Hatzrüden zu verbessern. Täntzer unterscheidet hierbei ganz klar zwischen englischen Hunden, Blendlingen und den unverändert gebliebenen alten Bullenbeißern.

Hans Friedrich von FLEMMING gibt uns in seinem 1719 erschienenen Buch »Der vollkommene teutsche Jäger« ein recht anschauliches Bild vom »Bären- oder Bollbeißer«: »... von mittelmäßiger, doch etwas starker Größe, von breiter Brust, mit kurzem und dickem Kopf, kurz aufgeworfener Nase, steifstehenden und spitzig verschnittenen Ohren, doppeltem Gebiß am Kinnbacken, weswegen sie sich sehr verfangen können. Von breiter Stirn zwischen den Augen. Welche Hunde zwar dick, schwer, stark und unbehende zu laufen, im Fangen aber ungemein hitzig, erbittert und so grimmig anfallen, daß sie auch davon zittern und schwer abzubringen sind.«

FLEMMING unterscheidet einen Hund als den »Dantzicher Bährenbeißer« (Abb. 16), er hält ihn für eine tartarische oder andere grimmige Art von Hunden. »Dann sie sind ganz böse, unfreundlich und tückisch aussehen und vor anderen Hunden was besonderes haben. Sie werden insgeheim zur podolischen oder ungarischen Büffelochsenjagd, wie auch zuweilen die Bären damit zu hetzen, gebrauchet, zu welchem Kampfjagen sie denn auch am nützlichsten dienen.«

FLEMMING spricht dann weiter von einem etwas niederen Hund, in allen Teilen aber sonst ähnlich gebaut, dem »Brabanter oder niederländischen Bollbeißer« Faszinierend ist eine Kopfstudie dieser Hunderasse. Unsere Abbildung stammt von einer spanischen Terrakotte - diese Arbeiten sind vorzügliche Dokumente alter Hunderassen, haben einen guten Ruf für naturgetreue Gestaltung (Abb. 17). Wie der Name schon besagt, seine Aufgabe war nicht die Jagd, sondern das Bullenbeißen, wie wir es aus Kampfhunde I kennen (S. 56 ff.). Beide Hundeschläge wurden an Ohren und Rute kupiert. Besonders unterstreicht Fleming, daß sie ein außergewöhnlich starkes Gebiß haben und sich oft in ihre Gegner verbeißen. »Sonsten sind auch diese Hunde, weil sie von böser Art, stark von Leib und einen groben Laut haben, am nützlichsten zu guten Hof- und Kettenhunden zu gebrauchen, indem dieselben sehr wachsam und alles grimmig anfallen. -Diese Hunde sind meistenteils von kurzen Nasen und schwarz um das Maul, die Unterkiefer stehen vor, sie sind gelblich oder braunstreifig und sehen mit den Augen sehr unfreundlich und launisch aus.«

Es ist zu betonen, daß FLEMMING seine Schilderung auf eigene Beobachtungen begründet, was - leider - nicht bei allen Chronisten der Fall ist. So manche anderen Berichte - dies haben wir ja bei der Tibetdogge nachgewiesen - beruhen auf dem »Hören-Sagen«. Also, Einsatz des BRABANTER vorwiegend zur Stierhetze, ähnlich wie in England, während der große DANZIGER der wehrhafte Jagdhund zur Bärenhatz war.